Politik will den Rambach der Spekulation und Naturzerstörung opfern

Die Landesregierung hat am 2. Juli 2012 die Landschaftspläne der Gemeinden Mals und Taufers bestätigt. Damit wurden die Gemeinderatsbeschlüsse dieser beiden Gemeinden gutgeheißen und die Einwände der Umweltschützer abgelehnt. Die Politik ist der Meinung, dass am Rambach zwar aus ökologischen Gründen keine so genannten Großableitungen (über 3 Megawatt mittl. Jahresnennleistung) errichtet werden sollten, dafür aber so genannte Kleinableitungen (unter 3 Megawatt mittlerer Jahresnennleistung). Damit will man trotz vieler Argumente für die Besonderheit des Rambaches und seiner Einzigartigkeit als letzter naturnaher Talfluss, die Tür für Spekulationen, Geschäftemacherei und Naturzerstörung öffnen. Anstatt den Rambach vor jeglicher hydroelektrischer Nutzung zu schützen, will man auch noch den letzten Bach in die Rohre schicken. Es gäbe viele sinnvolle Alternativen, um diesen Talfluss und seinen Lebensraum als Naherholungszone für Einheimische und Gäste zu nutzen. Das würde auch dem Tourismus und somit allen Bevölkerungskreisen im Dreiländereck des Oberen Vinschgaus gut tun. Wieso ist die Politik nicht im Stande, mit Hilfe der vielen Millionen an Umweltgeldern, jene Gemeinden zu unterstützen, welche ein Naturdenkmal wie den Rambach, erhalten? Lesen Sie auch die Presseberichte auf dieser Internetseite unter der Rubrik „Presse“:

Beschluss der Landesregierung vom 2.7.2012 zum Landschaftsplan Mals – Rambach

Beschluss der Landesregierung vom 2.7.2012 zum Landschaftsplan Taufers – Rambach

Die Südtiroler Freiheitlichen haben in einer Pressekonferenz am 13.7.2012 auf offensichtliche Ungereimtheiten hingewiesen, nachdem die Landesregierung zuerst angekündigt hatte, dass am gesamten Südtiroler Abschnitt des Rambaches (der Schweizer Abschnitt ist geschützt und gilt als einziger Hauptfluss der gesamten Schweiz, welcher nicht für die Stromproduktion genutzt wird) Ableitungen bis insgesamt 3 Megawatt mittl. Nennleistung errichtet werden dürften. In den beiden Beschlüssen ist jedoch festgeschrieben, dass in der Gemeinde Taufers als auch in der Gemeinde Mals Ableitungen bis jeweils 3 Megawatt Nennleistung errichtet werden dürfen, also insgesamt 6 Megawatt.

Es zeigt sich immer mehr, wie kurzsichtiges Profitdenken der Politik, auf Landes- und Gemeindeebene vor der Zerstörung unserer letzten Naturjuwele keinen Halt macht und ökologische Argumente nur zum eigenen Nutzen mißbraucht werden.

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